
Countrybluespunkrock ist was Lutz Drenkwitz macht, hin und wieder um eine seltsam verquere Ballade bereichert. Stimme und seine bluesig gespielte Gitarre unterstützt er durch auf selbstgebauter Fußpercussion erzeugten Trittschallbeat. In seinen Texten reflektiert Drenkwitz, oft ironisch, sich Selbst und seine Umwelt, siniert über das Leben und die Liebe. Der „dienstleister mit gitarre“ setzt sein Musikerdasein in Zusammenhang zur Leistungs-orientiertheit unserer Gesellschaft, von dort zum "hobby drogen" ist es dann nicht mehr weit, „amerika“ wieder ist die satirische Abrechnung mit einer auf Rücksichtslosigkeit programmierten Lebensweise, während der wildromantische „puszta schwoof“ den adäquaten Soundtrack für den nächtlichen Surf durch den Großstadtdschungel liefert. Seit 1986 verdingt sich der selbsternannte „Hippie mit Punkeinschlag“ als Musikant.Abgefeiert als braunschweiger Vorzeigerocker bereist er mit seiner Indierockkapelle „shifty sheriffs“ aus der niedersächsischen Provinz heraus die Nation. Plattenverträge folgen, zahlreiche Tourneen mit den „Toy Dolls“, „Ice-T and Body Count“, „Social Distortion“ u.v.a. und dann der Ausstieg aus dem Wahnsinnskarussell des big business. Drenkwitz eist sich los und zieht weiter, neue Bands folgen, ständig wechselnde Besetzungen verleiden ihm dann aber irgendwann die Lust an Gemeinschaftsprojekten, 2005 geht er in die Hauptstadt um allein weiterzumachen. Der Schmelztiegel Berlin bietet ihm manigfaltige Möglichkeiten sich weiterzuentwickeln, der hohe Standard schärft sein Profil.
„Lieder von schräg gegenüber“ Neue CD vom Dienstleister mit Gitarre Bevor die Polkappen schmilzen bringt Lutz Drenkwitz, zugegebenermaßen unvernünftigerweise, um sich rum mal wieder alles zum Schwitzen. Weil, nun ja, seine neue Scheibe ist heiß. Nehmen wir es cool. Seine „Lieder von schräg gegenüber“ haben so aussagekräftige Titel wie „Bier und Doppelkorn“, Scheißrücksichtslose Mistkuh“ oder „Ich gab ihr Bier und sie mir Liebe“. Tagebuchähnlich gibt uns der freidrehende Sympath (s)einen Gefühlsbericht des vergangenen Jahres. Standesgemäß wird wieder gepöbelt, rebelliert, seziert und analysiert, aber auch eine dem Enstehungszeitraum Herbst angemessene Melancholie kommt nicht zu kurz. Elf Perlen aus der Drenkwitzschen Songschmiede serviert uns der neue Longplayer direkt an die Ohrmuschel, allesamt bereit Gemüter zu besänftigen, Abende zu versüßen und das Abweinen längst überfälliger Freudentränen zu ermöglichen.
Bisher angemeldet:
- dennis becker
- Sascha Mühlenbeck


